Würde ein Formel-1-Rennfahrer mit seinem Boliden auf einer öffentlichen Straße unterwegs sein, hätte die Polizei einiges auszusetzen: keine Kennzeichen, keine TÜV-Plakette, kein Verbandskasten. Zudem fehlt den Reifen das vorgeschriebene Profil, denn § 36 StVZO schreibt in lupenreinen Beamtendeutsch vor, dass Autoreifen „am ganzen Umfang und auf der ganzen Breite der Lauffläche mit Profilrillen oder Einschnitten versehen“ sein müssen. Außerdem muss „das Hauptprofil am ganzen Umfang eine Profiltiefe von mindestens 1,6 mm aufweisen“.

Das Reifenprofil erfüllt dabei mehrere Zwecke. Es muss bei Sommer- wie bei Winterpneus für ausreichend Grip und Haftung sorgen. Vor allem aber soll es Wasser auf der Fahrbahn verdrängen, damit der Reifen nicht aufschwimmt (Aquaplaning). Je geringer die Profiltiefe, desto länger wird besonders auf nasser Fahrbahn der Bremsweg. Das Profil besteht aus Lamellen mit Längsr- und Querrillen sowie Profilklötzen. Winterreifen und Sommerreifen haben wegen der verschiedenen Anforderungen unterschiedliche Profile.

Auch ist zum Beispiel bei den Sommerreifen die Zusammensetzung des Reifens so gewählt, dass in den frostfreien Zeiträumen, etwa von Mai bis September, bei den dann herrschenden Witterungsbedingungen optimale Sicherheit besteht. Der Rollwiderstand des Sommerreifens ist im Vergleich zum Winterreifen geringer und damit kraftstoffsparender.

Doch alle Reifen und damit auch die Sommerreifen unterliegen einer Abnutzung, die sich nach den gefahrenen Kilometern und sehr stark auch nach der Fahrweise und Achseinstellung richtet.

Übrigens ist das Fahren mit stark abgenutzten Reifen eine Ordnungswidrigkeit, die empfindlich bestraft wird. Aber auch alle Autofahrer, die bei winterlichen Verhältnissen mit Sommerreifen unterwegs sind, müssen mit einem Verwarnungsgeld von mindestens 20 Euro rechnen. Wenn darüber hinaus der Verkehr behindert wird, zum Beispiel durch ein liegengebliebenes Fahrzeug mit Sommerreifen, werden 40 Euro und ein Punkt fällig. Bei einem durch mangelnde Bereifung verursachten Unfall erwarten den Verursacher sogar 75 Euro Bußgeld und drei Punkte in der Flensburger Verkehrsünderdatei.

Die heutigen Autoreifen sind zudem so weit entwickelt, dass sie schlauchlos gefahren werden. Beim Reifenwechsel ist es deshalb sinnvoll, wenn das von einer Werkstatt durchgeführt wird. Gleichzeitig sollten dabei auch die Räder neu ausgewuchtet werden. Besonders für Fahrzeuge mit höheren Geschwindigkeiten ist das sehr wichtig, sonst besteht die Gefahr, dass das Fahrzeug bei höheren Geschwindigkeiten vibriert und möglicherweise sogar ausbricht.